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Die bildende Künstlerin Chiara Lecca wurde in Modigliana (Forlì-Cesena) geboren, wo sie lebt und arbeitet – in engem Kontakt mit der Natur und der Tierwelt. 2005 schloss sie ihr Studium der Malerei an der Accademia di Belle Arti in Bologna ab.

Ihre Praxis – vorwiegend skulptural und installativ, mit Ausflügen in Fotografie und Video – untersucht die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Sie erforscht die Brüche, die die zeitgenössische Gesellschaft erzeugt, und die Möglichkeit neuer Verbindungen zwischen verschiedenen Lebensformen. Durch den Einsatz organischer Materialien, tierischer und pflanzlicher Elemente sowie künstlicher Komponenten schafft Lecca hybride Werke, in denen die Grenzen zwischen natürlich und künstlich, Leben und Verwandlung, Präsenz und Abwesenheit fließend werden.

Die Tierwelt wird zu einem aktiven Teil des kreativen Prozesses – nicht als dargestelltes Motiv, sondern als lebendiger Akteur, der das Werk im Laufe der Zeit verändert und vollendet.

Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen öffentlichen und privaten Institutionen in Italien und im Ausland präsentiert, darunter Palazzo Doria Pamphilj in Rom, Casa Museo Bagatti Valsecchi in Mailand, MAN Museum in Nuoro, MAR Museum in Ravenna, Naturkundemuseum Ottoneum in Kassel, Kunst Meran/o Arte und Vestfossen Kunstlaboratorium in Norwegen. Ihre Werke befinden sich in mehreren italienischen und europäischen Sammlungen. Seit 2008 wird sie von der Galleria Fumagalli in Mailand vertreten.

Vom Wasser geleckte Steine bei CAMPO – Künstlerische Identitäten

Im Rahmen von CAMPO, Künstlerische Identitäten schafft Chiara Lecca Von Wasser geleckte Steine, ein Werk, das in einen Dialog mit der einzigartigen Identität von Campo di Brenzone tritt – einem Ort, der zwischen Erinnerung und Verwandlung schwebt, wo die verlassenen Architekturen des Weilers mit der regenerativen Kraft der Natur koexistieren.

Die Installation nimmt die Form einer kleinen kreisförmigen Architektur an, die aus lokalen Steinen und Salzblöcken für Tiere besteht. Die Struktur erinnert an die Trockenmauern der Gardaseelandschaft und an die alten ländlichen Bauten des Weilers und stellt eine direkte Verbindung zur Erinnerung des Ortes her. Ihre kreisförmige Form ruft auch die nuragischen Architekturen Sardiniens hervor und verknüpft die Landschaft von Campo mit den Ursprüngen der Künstlerin.

Salz ist das zentrale Material des Werks: ein wesentliches Element für das Überleben von Tieren und eine Substanz, die symbolisch mit Bewahrung, Austausch und Fürsorge verbunden ist. Wildtiere werden eingeladen, sich der Struktur zu nähern, das Salz zu fressen und Spuren ihres Vorbeigehens zu hinterlassen. Das Werk wird so zu einem lebendigen Organismus im Wandel, geformt durch Zeit, Wetter und die Interaktion mit anderen Lebensformen des Territoriums.

Von Wasser geleckte Steine ist keine statische Skulptur, sondern ein offener Prozess, in dem Stein, Natur, Tiere und menschliche Präsenz gemeinsam ein sich ständig veränderndes Gleichgewicht schaffen. Die Spuren von Regen, Wind, Feuchtigkeit und Tieren machen den Lauf der Zeit sichtbar und verändern die Form des Werks nach und nach.

Innerhalb von CAMPO, Künstlerische Identitäten interpretiert Leccas Werk das Thema der Beziehung zwischen Erinnerung und Verwandlung: So wie der Weiler Campo die Spuren der Gemeinschaften bewahrt, die dort einst lebten, zeichnet die Installation die Passage natürlicher und biologischer Kräfte auf, die ihre Identität ständig neu definieren.

Von Wasser geleckte Steine wird zu einer poetischen Reflexion über die Möglichkeit, eine ausgewogenere Beziehung zwischen Mensch, Tier und Landschaft zu denken – eine Beziehung, in der die Identität eines Ortes nichts Festes ist, sondern ein lebendiger Prozess, der in Beziehung und Wandel wurzelt.